Borderline – Frühwarnsystem und Perspektiven

Borderline: Sich mit einer Gabel ins Bein stechen oder mit einem Schlüssel die Haut aufschlitzen, beides wirkt auf den ersten Blick wirr und unverständlich. Wer macht so etwas und warum wird der Schmerz dabei ganz bewusst in Kauf genommen? Was steckt hinter der Borderline Störung?

Borderline – Frühwarnsystem und Perspektiven
Borderline = psychische Erkrankung

Borderline = psychische Erkrankung

Die einfachste Erklärung findet sich im Duden. Borderline sei eine psychische Erkrankung. Damit ist sicher zu einem kleinen Teil auch das selbstzerstörerische Verhalten erklärbarer. Sprechzimmer.ch spricht von einer «Persönlichkeitsstörung mit ausgeprägter Instabilität». Borderline betreffe häufiger Frauen und trete im frühen Erwachsenenalter (z. T. auch Kindheit) auf. Fact ist, Borderline ist etwas, das nicht nur Betroffene beschäftigt, sondern auch deren Angehörige und das soziale Umfeld in Beruf und Freizeit.

Frühwarnsystem Ausgleichshandlungen

Auf Borderline-Selbsthilfe.ch werden ein paar nützliche Skills (Übungen, um Spannungen frühzeitig zu erkennen) aufgeführt. Ziel ist, dass Betroffene frühzeitig erkennen, wann ihn oder sie eine Situation in Hochspannung versetzt und wie sie damit umgehen können. Sich und andere selber spüren können hilft, mit Borderline besser umgehen zu können.

Vergangenheit, Perspektiven, Hoffnungen

Was Borderline bedeuten kann, ist in der TV-Sendung «Ich ritze mich, also bin ich (Borderline)» vom FENSTER ZUM SONNTAG-Talk auf SF zwei eindrücklich dargestellt. Es ist die Geschichte einer jungen Frau mit einer sehr schwierigen Jugendzeit, geprägt von ihrem Alkohol abhängigen Vater. Sadistisch und unvorstellbar brutal tyrannisierte dieser Mann seine Familie.

Die Exzesse ihres Vaters hinterlassen bei der jungen Frau tiefe seelische Wunden. Als sie den unbeherrschten Charakter ihres Vaters in sich selbst erkennt, erschrickt die gebürtige Deutsche. Sie beginnt, mit Gabeln und Schlüsseln ihre Haut aufzuritzen, um sich für ihre Schlechtigkeit zu bestrafen.

Gibt es mit einer solchen Vorgeschichte überhaupt Perspektiven? Ja. Zumindest gibt es Beispiele, wo Veränderung passierte. Die junge Frau ist heute glücklich verheiratet und zweifache Mutter. Dass sie am so genannten «Borderlinesyndrom» litt, hat sie sehr spät erfahren. In dieser TV-Sendung spricht sie über Vergangenes, Gegenwärtiges und auch über Zukunftsperspektiven und Hoffnungen.