Diagnose Leukämie – und dann?

In meiner Kindheit bedeutete die Diagnose Leukämie praktisch den sicheren Tod. Ein paar Jahre später hörte man von ersten Erfolgen, insbesondere bei der Früherkennung. Mit der Diagnose schwebten auch Worte wie «unheilbar krank» und «Todesurteil» mit. In einer Zeitschrift las ich von einer Frau, die an Krebs erkrankt war und schon fast im Endstadium war, als der Krebs entdeckt wurde. Diese Frau erzählte an einem Podiumsgespräch, dass wir ja eigentlich alle ein Todesurteil hätten. Jeder der lebt, wird einmal sterben. Die einen früher, die anderen später. Wichtig sei letztendlich die Frage, was wir aus unserem Leben machen.

Diagnose Leukämie oder unheilbar krank hilft das Leben neu zu entdecken
Diagnose Leukämie oder unheilbar krank hilft das Leben neu zu entdecken

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Wir Menschen sind Meister im Verdrängen

Das hat Vor- und Nachteile. Die Vorteile, es lebt sich etwas gelassener und man muss sich nicht unnötig Sorgen machen. Sorgen ändern nichts an unserer Situation, ausser, dass sie uns Kraft nehmen, die für anderes gebraucht wird. Der Nachteil: Krankheiten gehören zum Leben und sie können dem Leben mehr Tiefe geben. Wer schwer krank war oder ist, trinkt seinen Espresso am Morgen viel bewusster als all die sogenannt gesunden Menschen, die von Termin zu Termin hetzen, für Geld, dass sie aus Zeitmangel nicht einmal mehr ausgeben können.

Ganz gleich, welche Diagnose man bekommt, sie kann dem Leben mehr Leben geben. Nicht unbedingt mehr Zeit. Aber mehr Tiefe, mehr Bewusstsein, mehr Inhalt. Die Diagnose Leukämie oder «unheilbar krank» im Allgemeinen bedeutet zwar einen wie eine Art Stopp, aber auch eine Chance zu einem neuen wertvollen Leben.

 

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