Wie können wir Flüchtlingen helfen?

Diese Frage muss einen beschäftigen, wenn man die zahlreichen brutalen Bilder in den Medien sieht. Insbesondere die ausgelebte Gewalt an den Flüchtenden gibt mir zu denken. Kann diese humanitäre Katastrophe nicht anders angegangen werden? Ist es nicht eine Selbstverständlichkeit, in einer ersten Phase Soforthilfe zu gewähren? Der Blick auf die Reaktionen einzelner Länder zeigt: Man ist überfordert.

Wie können wir Flüchtlingen helfen?
Wie können wir Flüchtlingen helfen?

Vergangenheit und Gegenwart

Dass Menschen flüchten müssen ist nichts Neues. Nur hat diese Tatsache, je nach Krisenherd auf dieser Welt, «saisonale Schwankungen». Signale dazu sind seit Längerem im Gange. Sie sind schon vor einiger Zeit über den Bildschirm geflimmert. Wir hätten es ahnen können. Das ändert zwar nichts daran, dass die Flüchtlinge jetzt zu Hunderten, ja zu Tausenden kommen und weiterhin kommen werden. Die Vorbereitung und der Umgang damit wären aber sicher anders gewesen. Die Mühlen der Politik mahlen langsam, wenn es nicht um wirtschaftliche Ereignisse, um Geld und Macht geht …

Zukunft

Wir haben ein Wahljahr. Das spürt man auch bei den Flüchtlingsfragen. Die Angst, dass uns Arbeitsplätze genommen werden, wird immer wieder aufgegriffen. Meine Wahrnehmung ist die, Flüchtlinge tun in der Regel die Arbeit, für die wir Schweizer uns zu schade sind. Kommen Fachkräfte aus dem Ausland, sind das in der Regel keine Flüchtlinge. Angst ist ein schlechter Berater. Trotzdem kann und soll die Frage, was mit diesen Menschen sein wird, nicht wegdiskutiert werden. Wovon sollen sie leben? Ziel muss sein, dass sie sich selbst ernähren. Können wir Ihnen diese Grundlage bieten? Wer als Gast aus einem fremden Land kommt, sollte möglichst schnell integriert werden. In unsere Kultur.

Angenommen …

Es wäre umgekehrt. Wir müssten nach Afrika flüchten. Weil in unserer Heimat kein Stein mehr auf dem anderen bleibt. Müssten uns Schleppern anvertrauen, um übers Meer zu kommen. Nicht in Einzelkabinen. Sondern in der Masse. Im Stauraum. Hautkontakt garantiert. Begegnungen zwischen Stärkeren und Schwächeren. Ohne Fenster. Ohne Perspektiven. Im «luftleeren» Raum sein und das alles aushalten. In ein uns fremdes Land gehen. Um jeden Preis überleben. Tagsüber schwitzen, in der Nacht frieren. Eine fremde Kultur. Andere Menschen. Wilde Tiere. Krankheiten, die mit der richtigen Medizin geheilt werden können. So sie dann da wäre. Der Vergleich hinkt? Vielleicht. Der Gedanke, wir müssten flüchten, hilft uns einfach, diese Menschen besser zu verstehen. Verstehen ist der Anfang zu gemeinsamen Lösungen.

Helfen ist teilen und begleiten

Wie viel von unserem Übermass können wir teilen? Laut Swissfamiliy.ch werden weltweit 50 % an Lebensmitteln einfach weggeworfen. Swissfamiliy.ch schreibt weiter, dass laut UNO-Welternährungsorganisation in der Schweiz jedes Jahr rund 250 000 Tonnen Nahrungsmittel im Müll landen – das seien etwa 30 Prozent der produzierten Esswaren. Das würde reichen, um eine ganze Menge weiterer Menschen zu ernähren. Grundbedürfnisse könnten wahrscheinlich ohne viel Zusatzaufwand gedeckt werden. Doch wie sieht es mit Arbeit aus? Wo neue Menschen sind, da kommen neue Kompetenzen und neue Märkte. Es wird nicht einfach nur genommen.

Hilfe zur Selbsthilfe ist die Hilfe, die ich sehr gut finde. Wenn ein Hilfswerk mit meinen Spenden in Afrika Menschen zur beruflichen Selbstständigkeit verhilft. Warum nicht auch hier? Vielleicht müssten wir einfach mehr nach Möglichkeiten suchen, statt nach Gefahren. Es ist ein Ansatz. Klar. Doch warum nicht mutig sein und Neues zulassen? Das allerdings bedeutet, dass alle Parteien mitdenken und mithelfen müssen.

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Älter werden – Herausforderungen und Chancen

«Man ist so alt, wie man sich fühlt». Wenn wir am Morgen aufstehen, fühlen wir uns meistens «alt», bis wir richtig wach sind. Alt werden, das bringen wir nicht selten in einen negativen Zusammenhang. Warum?

Älter werden - Herausforderungen und Chancen
Den Moment geniessen können – viele Dinge sollte man nicht erst im Alter lernen.

Wir werden abhängiger

Autonom sein. Selbstständig duschen können. Den Haushalt führen. Das sind wichtige Wünsche und gleichzeitig hegen wir grosse Ängste davor, ob wir «es» noch schaffen werden, im Alter. Man bittet äusserst ungern um Hilfe. Zudem wird in unserer Gesellschaft Altwerden allgemein in einen negativen Kontext gebracht. Dabei hat der Lebensabend auch angenehme Perspektiven.

Was bedeutet Älterwerden?

Ja, wir werden abhängiger. Abhängigkeit gehört grundsätzlich zum Leben. Vielleicht können wir als Junge besser ausweichen. Das geht im Alter etwas schlechter. Gerade im Teamsport ist auffällig, dass Abhängigkeit, in Gemeinschaft umgesetzt, zum Sieg führt. Der Mensch ist ein soziales Wesen. Und trotzdem möchten wir möglichst unabhängig sein. Ein Widerspruch in sich. Der österreichisch-israelische Religionsphilosoph Martin Buber sagte: «Das Ich wird am Du.» Gemeinschaft leben bedeutet Gewinn. Ich werde von anderen geprägt und kann mich in meiner Persönlichkeit weiter entwickeln. Abhängigkeit hat positive Auswirkungen, wenn wir uns darauf einlassen. Eine Aufgabe, die für alle Lebensepochen gilt.

Generationen gemeinsam unterwegs
«Das Ich wird am Du.» macht keinen Unterschied zwischen Generationen. Im Gegenteil!

Auch im Sterben ist Lebensqualität möglich

Altwerden wird oft mit Leiden verbunden. In unseren Gedanken zeichnet sich das Bild von einem schmerzvollen Tod ab. Keine Schmerzen haben und nicht leiden müssen wird als Argument für aktive Sterbehilfe verwendet. Die Angst vor einem langsamen und qualvollen Tod lähmt. Wer will schon leiden? Mit heutigen Medikamenten und Erkenntnissen können die meisten Schmerzen gestillt oder erträglich gemacht werden. Wie viele Menschen sterben leidvoll? Markus Müller, Pastor im Altersheim der Heimstätte Rämismühle, erzählt in der Radio Sendung «Zoom: Das Alter lieben lernen» (Life Channel, 22.09.2014), dass von über 60 älteren Menschen, die er in seiner Funktion begleitet hat, alle entspannt und ruhig eingeschlafen seien.

«Älter werden ist wie auf einen Berg steigen – je höher man kommt, umso mehr Kräfte sind verbraucht, aber umso weiter sieht man.»

Dieses Zitat stammt vom schwedischer Drehbuchautor, Film- und Theaterregisseur Ingmar Bergmann. Alt werden bedeutet langsamer werden. Im Denken. Im Handeln. Das darf sein. Langsam sein hat nichts mit minderem Wert zu tun.Es bedeutet, dass man teilweise nicht mehr mithalten kann. Der Vergleich mit den laufend steigenden Anforderungen in der Wirtschaft ist unangebracht.

Wer pensioniert ist, darf den Lebensabend geniessen. Darf mehr Zeit haben auch für alltägliche Dinge. Alt sein ist ein Lebensabschnitt wie jeder andere auch. Als Kind muss man lernen, viele Informationen aufnehmen. Als Erwachsener muss man Verantwortung tragen. Als Senior darf man sich Zeit nehmen zum Sein. Beziehungen pflegen. Senior Sein fängt allerdings nicht erst mit der Pensionierung an. Um Früchte zu geniessen, müssen sie vorher gepflanzt und gepflegt werden.

Eines Tages alt sein und noch lange nicht alles verstehen, nein, aber anfangen, aber lieben, aber ahnen, aber zusammenhängen mit Fernem und Unsagbarem bis in die Sterne hinein!

Rainer Maria Rilke (1875 – 1926), eigentlich René Karl Wilhelm Johann Josef Maria, österreichischer Erzähler und Lyriker

Warum feiern wir Ostern und warum malen wir Eier an?

Bald ist es wieder soweit: Ostern 2015 steht an und wir geniessen wie jedes Jahr die zusätzlichen freien Tage, die uns durch Karfreitag und Ostern beschert werden. Während ich über diese christlichen Feiertage nachgedacht habe, sind verschiedene Fragen in mir entstanden. Ostern ist ein Fest mit Tradition. Schokohase und Eier, als Beispiel. Warum aber bemalen wir Eier? Warum feiern wir Ostern?

Ostern und seine Bedeutung für heute
Ostern, es geht weiter.

 

Kultur, Brauchtum und Geschichte

Wir müssen uns bewusst sein, dass vieles im Zusammenhang mit christlichen Feiertagen aus der Geschichte und aus anderen Kultur stammt. Wie es wirklich war, ist sehr schwierig zu eruieren und zu erklären. Vieles davon ist Glaubens- und Auslegungssache. Was nicht heisst, dass es nicht so passiert sein könnte. Doch nun zu den Eiern. Laut einer Theorie ist es den Christen untersagt, während der gesamten Karwoche Eier zu essen. Grund: Sie fielen wie Fleisch unter das Abstinenzgebot. Wenn ich es recht verstehe, geht es darum, mit dem Verzicht dem Opfertod von Jesus Christus zu gedenken.

Nun ist es natürlich so, dass Hühner sich nicht an solche Vorschriften halten und weiterhin Eier produzieren. Eier waren in der damaligen Kultur ein wertvolles Nahrungs- und Zahlungsmittel. Damit man Eier besser lagern konnte, wurden sie gekocht und für das bevorstehende Fest schön angemalt. Ganz am Anfang mit der Farbe Rot. Um sie von den rohen Eiern zu unterscheiden. Diese Farbe symbolisierte das Leiden und das vergossene Blut Christi. Kunst verändert sich. Umsomehr dort, wo aus einem Brauch ein Geschäftszweig wird … Inzwischen werden die Eier auf viele Arten und Weisen bemalt. Eier sind übrigens in vielen Kulturen ein Symbol fürs Leben.

Bedeutung von Ostern

Dieser Feiertag hat zwei Hintergründe. Christen feiern die Auferstehung von Jesus Christus von den Toten. Diese Auferstehung bedeutet, dass es ein Leben nach dem Tod gibt. Seit dieser Auferstehung ist das Osterfest eines der wichtigsten christlichen Feste. Für die «Heiden» ist Ostern ein Frühlingsfest namens Ostara und symbolisiert das Erwachen der Natur zum Leben.

Diese zweite Begründung finde ich ebenso spannend wie die erste. Während die christliche Auslegung uns Hoffnung über den Tod hinaus beschert, lebt die Natur uns Sterben (Herbst und Winter) und Auferstehung (Frühling und Sommer) jedes Jahr neu vor. An einer anderen Stelle im Web habe ich gelesen, dass man dem Osterei eine ähnliche Bedeutung gibt. Aussen hart und leblos und innen lebendig. Das sind schöne Bilder, die wir mit in unseren Alltag nehmen und in dieser immer hektischer werdenden Zeit gut gebrauchen können.

Was bedeutet Ostern heute?

Die genaue Bedeutung von Ostern für heute kann ich nicht erklären. Dazu müsste ich Fachpersonen zu Wort kommen lassen. Ich kann nur meine Sicht darstellen.

Ostern ist für mich Sinnbild für Perspektiven. Für die Zusage, dass es trotz Herausforderungen, trotz unserer Endlichkeit, immer weiter geht. Wer ein Ziel verfolgt, blickt weniger auf Widerstand und Hürden. Ziele motivieren. Müssen zuerst erkannt werden. Dafür braucht es von unserer Seite her ein Innehalten. Ein Respektieren von möglichen holprigen Wegen. Von äusseren und inneren Hürden und Einbahnstrassen, verbunden mit dem Wissen, dass es eben doch gangbare Wege gibt. Dass Hürden früher oder später überwunden werden können. Veränderung und Perspektiven als Lebenswahrheit. Als Antrieb. Altes darf vergehen, Neues darf entstehen. Umsomehr, wenn vergehen gar nicht das Ende bedeutet … Die eigentliche Botschaft von Ostern. Und sie gilt auch heute noch.

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