Kartonverpackungen und ihre Trends, Geschichte im Fokus

Die Verpackung ist mehr als nur eine leere Hülle. Sie ist das Markenzeichen des Produkts. Jedes einzelne Detail trägt zum Image bei – sei es Grösse, Form oder Farbe. Ein Material, das ganz besonders aus der Verpackungsflut heraussticht, ist Karton. Längst zieht der natürliche Alleskönner an der Konkurrenz vorbei. Doch was ist sein Erfolgsgeheimnis, in welche Facetten begegnet er uns und wie nachhaltig ist das begehrte Verpackungsmaterial?

Die Themen in diesem Artikel:

Nachhaltige Verpackungen auf dem Vormarsch
Kartonverpackungen sind eine der wichtigsten Verpackungen für den Transport

Kartonverpackungen: Was ist Trend?

Nachhaltige Verpackungen auf dem Vormarsch
Plastik ist out, Karton ist in. Längst müssen die Plastikanteile nachhaltigen Komponenten wie Karton und Graskarton weichen. Selbst Karton aus Agrarabfall steht inzwischen hoch im Kurs.

Selbst kleinere Plastikelemente wie Sichtfenster sind verantwortungsbewussten Verpackungsherstellern wie Pro Carton ein Dorn im Auge. Wo immer möglich, werden sie durch Kartonelemente ersetzt. Denn nur ein 100 Prozent nachhaltiges Packaging ist ein 100 Prozent gelungenes Packaging.

Genauso wichtig wie ein nachhaltiges Produkt ist eine nachhaltige Herstellung. Wirtschaft und Verbraucher*innen fordern eine energieeffiziente und umweltfreundliche Herstellung. Ihre Bedingungen:

  • ein verantwortungsbewusster Umgang mit Rohstoffen (z.B. mit Wasser und Holz)
  • ein verantwortungsbewusster Umgang mit Mitarbeitern (faire Löhne, faire Arbeitsbedingungen)
  • die gezielte Reduktion von CO2-Emissionen

Weniger ist mehr

«Je grösser, desto besser?« Das war einmal. Ab sofort gilt «weniger ist mehr». Denn kompakte Kartonverpackungen senken nachhaltig das Transportvolumen. Und das macht sich über kurz oder lang bezahlt – ob bei der Anzahl an Transport-LKWs, der CO2-Bilanz oder dem Ressourcenverbrauch.

Zum Beweis: Schon bei kleineren Aufträgen lassen sich mit kompakteren Kartonverpackungen bis zu 40 LKW-Fahrten (karlknauer.de) einsparen – und das innerhalb von drei Monaten.

Natürliche Schönheiten

Der Trend geht zur Natürlichkeit. Das erklärt auch den aktuellen Karton-Boom. Denn kaum ein Material strahlt auf den ersten Blick so viel Nachhaltigkeit und Natürlichkeit aus. Kombiniert mit gedeckten Farben und schlichten Prints entstehen natürliche kleine Meisterwerke, die Kund*innen mit gutem Gewissen aus dem Supermarktregal nehmen.

Und das Beste: Kartonverpackungen sehen nicht nur nachhaltig und natürlich aus. Sie fühlen sich auch noch so an.

Transparenz erwünscht

Nicht nur auf die äusseren, auch auf die inneren Werte kommt es an – selbst bei Kartonverpackungen. Kund*innen wollen wissen, was sie kaufen. Nicht umsonst lassen viele Produkte inzwischen tiefen blicken. Mit kleinen Ausstanzungen und Sichtfenstern erlauben sie einen Blick hinter die Kulissen.

Verpackungen aus Karton – die Vor- und Nachteile

Die Vorteile

  • preiswertes Verpackungsmaterial
  • leichtes Material
  • wandelbares Material: Ob mit Warnhinweisen, Produktbeschreibungen oder Marken- und Firmenbotschaften – Karton ist für alles zu haben.
  • hohe Widerstandskraft: In Karton ist das Verpackungsgut während des gesamten Logistikprozesses bestens geschützt – insbesondere in Kartons aus Wellpappe.
  • Nachhaltigkeit im Blick: Unter den umweltfreundlichen Verpackungen gilt Karton als Spitzenreiter. Aus gutem Grund: Denn wussten Sie, dass Karton zu 100 Prozent recycelbar ist?

Die Nachteile:

  • unbeschichtet bildet Karton keine Schutzbarriere gegen Sauerstoff und Feuchtigkeit
  • nur für trockene Füllgüter wie Nudeln, Reis und Mehl geeignet. Bei Pizza- und Milchkartons wird eine Innenbeschichtung verlangt.
  • Vorsicht bei recycelten Kartonagen: Nicht selten enthalten sie unerwünschte Stoffe wie Mineralölbestandteile. Das Problem: Da diese Chemikalien wasserlöslich sind, binden sie schnell an Papierfasern und verschmutzen das Altpapier.

Die Geschichte des Kartons – wie alles begann

Die Geburtsstunde des Kartons fällt auf das Spätmittelalter. Erstmals kommt hier Pappe im Buchbinderhandwerk zum Einsatz. Für schützende Bucheinbände ist das stabile, unempfindliche Material erste Wahl. Dennoch gewinnt der robuste Alleskönner nur langsam an Beliebtheit. Hauptsächlich für Wertgegenstände wie Schmuck, Besteck oder Brillen dient er als Schutzmembran.

Im 18. Jahrhundert erleben die umweltfreundlichen Verpackungen erstmals einen Aufschwung. Denn welches Material würde sich besser für Spielkarten und Tabak eigenen als Pappe?

Im 19. Jahrhundert gibt es einen regelrechten Kartonboom. Immer mehr Werkstätten für Kartonproduktion werden ins Leben gerufen. Von Massenproduktion aber kann immer noch nicht die Rede sein. Erst ab 1860 kommt die Fabrikation allmählich ins Rollen. Erstmals werden Maschinen und Hilfsgeräte genutzt, die den Umbruch zur industriellen Produktion einläuten.

Inzwischen ist Karton nicht mehr aus der Verpackungsindustrie wegzudenken. Ob im Lebensmittelhandel, im Spielwarenbereich oder für Elektronikgeräte – der Verwandlungskünstler hat sich immer einen Ehrenplatz verdient.

Welche Arten von Kartons gibt es?

Karton ist nicht gleich Karton. Im Gegenteil: Der Verpackungsklassiker begegnet uns in den verschiedensten Gestalten. Kaum ein Modell gleicht dem anderen. Schliesslich ist jedes massgenau an sein Transportgut angepasst.

Wie wäre es mit einer kleinen Übersicht über die Kartonklassiker?

  • Deckelschachteln
  • Faltkisten
  • formfeste Schachteln
  • fertig geklebte Schachteln
  • Inneneinrichtungen
  • Falthüllen und Trays
  • Schiebeschachteln
Wie entsteht eigentlich ein Karton?
Wie entsteht eigentlich ein Karton?

Wie entsteht eigentlich Karton?

Die Kartonproduktion ist mit der Papierproduktion zu vergleichen. Zuallererst steht ein umfassender Entfärbungsprozess an. Das Recyclingmaterial wird von alten Beschriftungen befreit. Im Anschluss wird es vermengt mit Wasser und Zusatzstoffen zum Zellstoff (Frischfasern aus Holz) hinzugegeben. So ergibt sich eine zähe, breiartige Masse.

In dem Gemenge befinden sich Fasern. Und genau diese stellen sich in dem siebartigen Endloslaufband der Kartonmaschine entsprechend der Laufrichtung auf. Dadurch entstehen sogenannte Papierbahnen, die nun nass aufeinander gepresst werden.

Gut zu wissen: In der Kartonmaschine sind in die Endlosbahn verschiedene Walz- und Trocknungszylinder integriert. Doch lediglich 5 Prozent der eingesetzten Chemikalien bleiben am Karton haften.

Nach der Trocknung steht für den Karton ein Coating an. Sprich: Er wird mit einer weissen Flüssigkeit aus Kalk, Bindemitteln und Füllstoffen behandelt. Diese Streichfarbe ist unverzichtbar für die weitere Verarbeitung. Dank ihr lassen sich später mühelos Bilder und Beschriftungen anbringen.

Ist der Karton mit dem Coating bestrichen, steht eine finale Walz- und Trocknungsphase an. Direkt im Anschluss wird die Endloskartonbahn in einzelne Bögen zerteilt.

Gut zu wissen: Sind die Papierfasern im Karton in guter Verfassung, können sie diesen Kreislauf bis zu 25 Mal durchlaufen. Anders ausgedrückt: Bis zu 25 Mal lassen sie sich wiederverwenden. Doch Vorsicht: Mit jedem einzelnen Durchlauf verkürzen sich die Fasern. Und je kürzer die Fasern, desto niedriger die Qualität. Da das finale Produkt aber trotzdem bestimmten Qualitätsansprüchen genügen müssen, lässt sich der Recycling-Prozess nicht unbegrenzt fortsetzen. Ein Geheimtipp: Durch die Beigabe von frischen Fasern bleibt die Produktqualität trotz mehrfacher Recycling-Prozesse weiterhin hoch.

Wie sehen die idealen Kartonverpackungen aus?

Die Ansprüche an Karton sind hoch. Wie hoch, erklärt Winfried Mühling, General Manager bei Pro Carton:

  • An oberster Stelle steht der Produktschutz. Ob vom Transport zum Handel oder vom Point of Sale zum Kunden – die Verpackung muss standhalten. Gerade Verpackungen im Postversand haben höchste Schutzanforderungen zu erfüllen. Das Produkt soll schliesslich unversehrt beim Kunden eintreffen.
  • Zugleich soll die Verpackung Aufmerksamkeit erregen. Sie soll ins Auge stechen.
  • Genauso wichtig ist die Information. Die Verpackung muss sowohl über das Produkt als auch über die Verpackung informieren. Wie wird sie hergestellt? Ist sie recycelbar?
  • Eine einfache Handhabung ist auch nicht zu unterschätzen. Die Verpackungen müssen einfach zu öffnen und zu schliessen sein.
  • Nachhaltigkeit ist inzwischen ebenfalls unverzichtbar – sowohl bei Verpackungen am Point of Sale als auch bei Verpackungen im Postversand.

© raeber-blog.ch, Autorenteam, Jana Winter – 21.3.2022

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Verantwortung und redaktionelle Leitung raeber-blog.ch

Andreas Räber ist seit über 40 Jahren im Verkauf, Marketing und Coaching tätig. Er hat die Ausbildung zum Lebensmittelverkäufer bis hin zum Filialeiter bei einem grossen Detailhandelsunternehmen in der Schweiz sehr erfolgreich abgeschlossen. Weiter war er acht Jahre Verlagsleiter in einem CD-, Kassetten-, und Videoverlag und ist darum mit dem Thema Verpackung bestens vertraut.

Andreas Räber, GPI®-Coach, Wetzikon
Andreas Räber, GPI®-Coach, Wetzikon